Monitoring

Regeln, Live-Status und Incidents

Monitoring wertet deine Geräte und ihre Messwerte fortlaufend gegen selbst festgelegte Regeln aus und hält jeden dadurch erkannten Alarmzustand als Incident fest — vom Auftreten über die Bestätigung bis zur Lösung. Im App-Bereich unter „Monitoring" gibt es dafür vier Reiter: Live, Regeln, Incidents und Wartung.

Live — die Statusübersicht

Der Reiter Live zeigt auf einen Blick, wie es deinen Geräten gerade geht: jedes Gerät mit einer offenen Meldung erscheint mit einer farbigen Markierung für den höchsten dabei aktuell erreichten Schweregrad. Ist alles in Ordnung, bleibt die Liste leer.

Live-Statusübersicht mit einem Gerät mit offener Warnung

Dieselbe Übersicht zeigt auch das „Live-Statusübersicht"-Widget auf deinem Dashboard, falls du es dort eingeblendet hast.

Regeln

Eine Regel legt fest, was überwacht werden soll: ein Ziel (ein einzelnes Gerät oder eine ganze Gerätegruppe), eine Bedingung, eine Dauer und ein Schweregrad. Sobald die Bedingung durchgehend für die eingestellte Dauer wahr ist, entsteht daraus ein Incident.

Regeln-Tabelle mit allen Bedingungstypen und Schweregraden

Über + Neue Regel öffnet sich ein Formular, das dich Schritt für Schritt (oder, wenn du magst, mit dem Regel-Assistenten ganz ohne Vorwissen) durch die Einstellungen führt: Gerät bzw. Gruppe wählen, Bedingung wählen, Dauer und Schweregrad festlegen, Name vergeben.

Bedingungstypen

  • Schwellenwert einer Messgröße — die häufigste Bedingung: eine Messgröße (z. B. die Temperatur) wird mit einem Vergleichsoperator (>, <, , , =, ) gegen einen Wert geprüft, z. B. „Temperatur Rücklauf > 15".

    Regel-Formular für eine Schwellenwert-Bedingung

  • Gerät offline — schlägt an, sobald sich ein Gerät nicht mehr meldet. Braucht keine weiteren Angaben.

  • Mehrere Bedingungen (UND/ODER) — verknüpft zwei oder mehr der obigen Bedingungen: „UND" muss alles gleichzeitig zutreffen, „ODER" reicht bereits eine einzelne.

  • Änderungsrate — schlägt an, wenn sich eine Messgröße innerhalb eines Zeitfensters um mindestens einen bestimmten Betrag verändert hat, z. B. „Temperatur Rücklauf fällt um mindestens 2 innerhalb von 10 Minuten". Nützlich, um einen plötzlichen Einbruch oder Anstieg zu erkennen, noch bevor ein fester Schwellenwert überhaupt erreicht ist.

    Regel-Formular für eine Änderungsraten-Bedingung

Alle Bedingungstypen teilen sich dieselbe Dauer-Einstellung: Sie muss durchgehend erfüllt sein, bevor überhaupt ein Incident entsteht — ein einzelner kurzer Ausreißer im Messwert löst also noch keinen Alarm aus.

Schweregrade

  • 🔵 Info — informativ, keine unmittelbare Handlung nötig.
  • 🟡 Warnung — sollte beobachtet werden.
  • 🔴 Kritisch — braucht Aufmerksamkeit. Bei diesem Schweregrad ist beim Bestätigen wie beim Lösen eines Incidents zusätzlich eine kurze Begründung verpflichtend — bei Info und Warnung bleibt sie optional.

Regeln für Gerätegruppen

Zielt eine Regel auf eine Gerätegruppe statt auf ein einzelnes Gerät, gilt sie automatisch für jedes aktuelle und zukünftige Mitglied dieser Gruppe — jedes Mitgliedsgerät wird dabei unabhängig von den anderen ausgewertet, ein einzelnes auffälliges Gerät öffnet also einen eigenen Incident, ohne die übrigen Gruppenmitglieder zu beeinflussen. Neue Geräte, die später zur Gruppe hinzukommen, werden automatisch mit überwacht — die Regel muss dafür nicht angepasst werden.

Eine gruppenweite Regel kann nur von den Regeladmins dieser Gruppe angelegt, geändert oder gelöscht werden; alle übrigen Mitglieder sehen sie nur. Bei einer Regel auf ein einzelnes Gerät gilt: sichtbar für jeden mit Zugriff auf dieses Gerät, bearbeitbar oder löschbar nur von der Person, die sie angelegt hat.

Incidents

Ein Incident ist ein von Monitoring festgestellter Alarmzustand — kein Alarm im Sinne einer Benachrichtigung, sondern ein reiner Fakt: „diese Regel war von diesem Zeitpunkt bis zu jenem Zeitpunkt verletzt". Jeder Incident durchläuft einen eigenen Lebenszyklus:

Incidents-Tabelle mit offenem, bestätigtem und gelöstem Beispiel

  • Offen — die Bedingung ist gerade wahr.
  • Bestätigt — jemand hat sich der Sache angenommen. Die Bedingung kann weiterhin wahr sein, der Incident bleibt aber offen — „bestätigt" markiert nur, dass es nicht übersehen wurde.
  • Gelöst — entweder ist die Bedingung von selbst nicht mehr wahr (automatisch erkannt und geschlossen), oder jemand hat den Incident von Hand mit einer Begründung geschlossen, etwa weil ein Sensor offensichtlich defekt war und nicht auf eine tatsächliche Erholung des Messwerts gewartet werden muss.

Wie oben beschrieben ist bei Schweregrad kritisch eine Begründung sowohl beim Bestätigen als auch beim Lösen Pflicht; bei Info und Warnung optional.

Die Spalte Gerät zeigt bei einer gruppenweiten Regel immer das konkrete Mitgliedsgerät, das die Bedingung tatsächlich verletzt hat — nicht die Gruppe selbst.

Wartung — geplante Downtime ohne Fehlalarm

Manchmal ist ein auffälliger Messwert erwartet — etwa während Wartungsarbeiten oder einem geplanten Neustart. Damit das nicht als echter Alarm zählt, lässt sich ein Gerät oder eine ganze Gerätegruppe im Reiter Wartung für ein Zeitfenster stummschalten.

Wartungsfenster-Tabelle mit einem aktiven Eintrag

Stummgeschaltet ist nicht dasselbe wie deaktiviert: Regeln werten während einer Wartung ganz normal weiter aus, und ein Incident wird auch weiterhin protokolliert — er erscheint in der Incidents-Tabelle nur mit einem 🔧-Symbol als „während der Wartung aufgetreten" markiert.

Über + Neue Wartung legst du fest, ob ein Gerät oder eine Gruppe betroffen ist, wann das Fenster beginnt (Voreinstellung: jetzt) und ob es zu einem bestimmten Zeitpunkt endet oder unbefristet — also bis zur manuellen Aufhebung — läuft. Ein Grund ist optional, hilft aber später bei der Nachvollziehbarkeit.

Eine Stummschaltung auf einem einzelnen Gerät wirkt auch dann, wenn dieses Gerät Mitglied einer (selbst nicht stummgeschalteten) Gruppe ist — so lässt sich gezielt ein einzelnes auffälliges Gruppenmitglied ausblenden, ohne die ganze Gruppe stummzuschalten.